Kleines Glück

Wenn ich vor zehn Jahren in meinen Kleiderschrank geschaut hätte, hätte ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen. Vollkommen übergequollen, mit 50 % Kleidung, die ich nicht anziehe, daneben zig leere Einkaufstüten aus Plastik, die ich gesammelt habe wie andere Treuepunkte im Supermarkt, nur dass ich mir am Ende davon nichts kaufen konnte. Im Studium (2013-2016) habe ich meinen Lebensstil hinterfragt, hinterfragt was ich brauche und was nicht, hinterfragt wo sich meine Werte befinden. Mit wenig Geld ist das eine Notwendigkeit und das war am Ende das beste was mir je passiert ist – in meinen Augen Glück. Ich habe in den drei Jahren, bzw. auch schon einige Zeit vor dem Studium, mehr über mich, meinen Lebensstil, meine Werte, Prinzipien und Prioritäten nachgedacht und gelernt wie andere in zehn Jahren nicht. Mit der Quintessenz, dass ich nicht viel brauche um glücklich zu sein, es keine Möglichkeit gibt Glück zu kaufen, es nur an einem selbst liegt, ob und wie glücklich man ist. Auch wenn diese Zeit mitunter Höhen und Tiefen hatte, wäre ich heute nicht an dem Punkt, an dem ich bin, wäre nicht der Mensch, der ich bin, wäre nicht so glücklich wie ich bin.

Wie ich das geschafft habe?

Fast etwas traurig, aber wahr: Ich habe im Sommer 2017 angefangen zu stricken, was mir unheimlich Freude gemacht hat, dann habe ich den ersten Blog im November gestartet, der mir Spaß machte, aber etwas planlos war und habe nun mit dem zweiten Blog einen Ort gefunden, das was mich glücklich macht (nicht zuletzt das Schreiben – egal über welches Thema) mit anderen zu teilen und anderen auf ihren Weg etwas mitzugeben. Und sei es nur die Freude an der Fotografie, die ich immer mehr (wie auch bei dem Bild hoffentlich gut erkennbar) als Möglichkeit für mich entdeckt habe, mich noch auf eine ganz andere Weise zu entfalten.