Wandern: Zwischen Entspannung und Blasen an den Fersen

Ich liebe es spazieren zu gehen, am liebsten in der Natur, im Wald, an einem Fluss entlang und am liebsten so, dass ich keine anderen Geräusche wahrnehme als das Vogelgezwitscher und den Wind, der durch die Blätter weht.

Die Wanderschuhe
Wandern, die etwas ausgedehntere Variante von spazieren gehen begleitet mich schon eine Weile (seit Kindesbeinen um genau zu sein und damals fand ich das semi-toll, je nach Laune auch mal gut bis sehr gut), aber war in den letzten Jahren eine eher selten ausgeübte Aktivität. Dennoch (auch im Zuge weiterer geplanter Wandertouren) lag es nahe, sich endlich mal ein gutes Paar Wanderschuhe zu kaufen. Wie bei anderen Schuhen für spezielle Aktivitäten (Reiten, Joggen, Ballett,…), benötigt man nämlich auch für das Wandern besonderes Schuhwerk. Hier wird dann von Wald- und Wiesen-Wanderschuhen bis hin zu Hardcore-Bergsteiger-Wanderschuhen, von wasserdicht mit Gore-Tex bis hin zum geschmeidigen Volllederschuh mit unterschiedlichsten Fußbreiten so ziemlich alles angeboten. Nach zwei Besuchen im Fachhandel und weiteren Recherchen im Internet (nach einiger Zeit war ich dann schon Halbexperte im Gebiet Schuhsohlen von Wanderschuhen auf Stein und Waldweg), hatte ich endlich ein Paar von Lowa gefunden, das die meisten Anforderungen erfüllt und auch wenn die Farbe beim Wandern keine Rolle spielt: Die Wahl zwischen der Kombination dunkelblau/lila und schiefer/türkis weckte die modebewusste Seite an mir dann doch.

Einlaufen von Wanderschuhen
Nach dem Schuhkauf ist zu empfehlen die Wanderschuhe vor der ersten großen Wanderung einzulaufen, damit etwaige Druckstellen beseitigt werden können und sich der Schuh insgesamt besser an den Fuß anschmiegt. Bei meiner Schuhwahl, einem luftdurchlässigen Lederschuh, standen die Chancen 50/50, dass sich die Druckstellen und Blasen in Grenzen halten, da Leder im Normalfall noch einmal mehr nachgibt als Schuhe aus anderen Materialien wie Textilien, synthetischem Leder etc.

Der Wanderschuh-Einlauf-Weg
Beim Weg hatte ich überlegt, ob eine kleine Zwei-Stunden-Tour reicht oder eine größere Tour vielleicht besser ist, um die Grenzen beim Schuh auszutesten bzw. um ananas_petersilie_eisherauszufinden an welchen Stellen es drücken könnte. Die große Tour hat schließlich gewonnen: Ein Mal zum Cospudener See und zurück mit einem kleinen Stopp bei ‚Brot und Kees‘ (hier gab es ein exotisches Ananas-Petersilie-Eis – die Schuhe machen nämlich auch mutig :)), dem Sandstrand am Cossi und dem ‚Glashaus im Clarapark‘. Die Strecke umfasste dann insgesamt:
– 20,7 Kilometer
– 6 Stunden (mit Pausen)
– 28.297 Schritte
– 1 Stockwerk (wo auch immer das herkam)
– Waldwege/Wege mit steinigem Untergrund und geteerte Wege im Verhältnis 60/40

Von der ganzen Strecke fand ich die Waldwege bei denen die Bäume rechts und links empor ragten am Schönsten. Das Gefühl von Ruhe und vollkommener Entspannung stellt sich in diesen Momenten ein als gäbe es in mir einen Schalter, der mich und meine ganze Energie auf das geringste Maß senkt, meine Gedanken zum Schweigen bringt und mich in eine Welt eintauchen lässt, die so viel Wohlfühlatmosphäre und Natürlichkeit mit sich bringt, so viel Gelassenheit ausstrahlt und mich von jetzt auf gleich zufriedener, ruhiger und ausgeglichener macht. Auch wenn ich nach nicht ein mal zwei Stunden wandern schon die Druckstellen an den Fersen gemerkt habe (die Blasen rechts und links waren nicht zu vermeiden, der Muskelkater geht einigermaßen), war der Weg jeden einzelnen Schritt wert. Jeder Schritt war Entspannung pur, jeder Schritt hat mich meinem Ziel die Schuhe richtig einzulaufen näher gebracht, jeder Schritt hat mir gezeigt, dass ich mit den Wanderschuhen eine Entscheidung getroffen habe, die ich, trotz nicht ganz unerheblicher Schmerzen an den Füßen und in den Beinen, nicht bereuen werde, jeder Schritt hat mir bestätigt, dass meine Leidenschaft für Spaziergänge und die Natur mitunter die schönste ist, die ich habe und nun auch professionell genießen kann.
entspannung_waldweg

Fazit
Schicke und tolle Wanderschuhe, eine ruhige, schöne Wandertour, die mich mal wieder unheimlich entspannt hat. Zum Einlaufen würde ich das nächste Mal (also bei den nächsten Wanderschuhen) eine kleinere Tor von zwei bis drei Stunden wählen.

Hast Du auch Wanderschuhe? Und wenn ja, hattest Du auch Blasen bzw. wie war Deine Einlauftour?

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