Imperfektion: Von der nicht perfekten Perfektion

Eigentlich wollte ich endlich den Artikel über Selbstoptimierung schreiben und tolle Tipps geben, wie man selbst an sich arbeiten kann ohne sich von Grund auf zu verändern oder sich anderweitig verbiegen zu müssen. Eigentlich. Eigentlich ist eigentlich kein Wort und dieser Artikel wird auch nicht von Selbstoptimierung handeln, zumindest nicht in dem Maße in dem ich es mir vorgestellt habe.

Im Idealfall erreiche ich meine Ziele – die kleinen in jedem Fall – und die großen können sich immer noch ändern, bevor ich sie erreiche und dann sind es andere Ziele oder leicht veränderte, in jedem Fall nicht mehr die, die es vorher einmal waren. Da bin ich auch schon an dem Punkt: Ziele.
Ziele finde ich unheimlich wichtig. Von persönlichen bis hin zu allgemeinen Zielen (wie zum Beispiel dem Klimawandel entgegen zu wirken oder nachhaltiger zu leben) und auch kleinen Zielen wie ein leckeres Mittagessen zu kochen. Ziele treiben an. Ziele motivieren. Ziele sind essentiell, um vorwärts zu kommen, denn stehen bleiben ist keine Option! Aber ist es wirklich keine Option oder kann abwarten, durchatmen, still stehen nicht auch mal genau das Richtige sein oder sogar ein Ziel, dem wir nicht hinterher hetzen als hätten wir keine Zeit für nichts? Und was wäre, wenn das wirklich das Ziel wäre? Wären wir in dem Moment weniger perfekt, weil wir mal nichts bewegen, weil wir mal nicht einer Tätigkeit nachgehen, weil wir mal nicht angetrieben werden oder uns selbst antreiben?

Was ist schon perfekt?

Nur weil ich seit dem ersten Absatz das Wort eigentlich (was im Grunde eben kein Wort ist laut einigen/vielen Menschen) nicht mehr verwendet habe oder weil ich tatsächlich der Meinung bin mit meiner Rede über Ziele einen Soll zu erfüllen, indem ich betone, dass ich sie mag oder weil ich gerade durch das Eingestehen nicht immer von ihnen getrieben sein zu müssen/wollen auch mal entspannen kann? Vielleicht ist gerade diese sich einschleichende und nicht eindeutig erkennbare imperfekte Perfektion, die sich zum Thema Ziele breit macht und mich einhüllt wie einen schützenden Mantel genau die Art, die es an dieser Stelle und zum Thema braucht? Thema? Ja, welchem Thema eigentlich? Vielleicht das Thema Imperfektion? Vielleicht das Thema Ziele? Vielleicht aber auch das Thema ‚Wie verfasse ich einen nicht perfekten und halbfertigen Blogartikel und traue mich diesen zu veröffentlichen‘? Vielleicht auch indirekt zum Thema Mut? Vielleicht auch ganz am Rande ein paar Worte zu mir als Bloggerin, die auf ihrem sich selbstoptimierenden Weg nicht zu perfektionistisch sein möchte?

Helft mir gerne weiter, aber zunächst einmal ein großes Dankeschön an die nicht perfekte Perfektion!

Herzlichst & voller Imperfektion ♥ Caro

Foto: Hannah Träum Weiter