Warten: Wenn die Zeit zum Freund wird…

Warten?

Warten.

Auf was?

Warten am Bahnsteig. Warten beim Arzt. Warten an der Supermarktkasse. Warten ist manchmal leichter gesagt als getan. Wenn die Beine schwer werden, weil der Zug 30 Minuten Verspätung hat und alle Sitzplätze am Steig schon besetzt sind. Wenn Patienten, die nach Dir gekommen sind vor Dir dran kommen, weil sie einen Termin haben und Du nicht. Die Ungeduld, die sich an der Kasse breit macht, weil die nächste Verabredung in 20 Minuten ist.

Warten.

Zeit wird zu einem zähen Kaugummi, der sich länger als gewollt zieht, ganz dünn wird an manchen Stellen und fast zu reißen droht, im letzten Moment aber doch nicht reißt, sondern hält. Ungeduldig schaust Du auf die Uhr, nimmst Dir eine Zeitschrift, lenkst Dich ab, um nicht genervt und angespannt warten zu müssen. Du versuchst an etwas anderes zu denken als an die Zeit, die nicht vergeht. Ansonsten hast Du gefühlt nie Zeit. Immer ist irgendwas wichtiger, muss noch erledigt werden, steht ganz oben auf der to do-Liste.

Und was wäre, wenn Du dich mit deiner Wartezeit verbündest? Was wäre, wenn Du einfach inne halten würdest und Dich nur auf Dich konzentrierst in dem Moment? Was wäre, wenn Du still stehst und Dir eine kleine Pause vom alltäglichen Trott gönnst?

Übung

Wenn Du das nächste Mal wartest, schließe die Augen oder fokussiere einen Punkt und atme bewusst tief ein und aus. Konzentriere Dich dabei nur auf Deine Atmung. Merkst Du wie Du ruhiger wirst? Merkst Du wie Du entspannst? Merkst Du wie die Zeit zu Deinem Freund wird und Du das Warten genießt?