Rauchen: Nikotin vs. Luft zum Atmen | Endlich rauchfrei!

Vor Veränderungen graut es den meisten Menschen. Jegliche Art der Veränderung bedeutet im Grunde zunächst ein Risiko. Wer garantiert mir, dass es, wenn ich die Veränderung angegangen bin oder überstanden habe besser ist als vorher oder zumindest so, dass ich denke, dass es die richtige Entscheidung war die Veränderung begangen zu haben?

Bei einem versauten Haarschnitt oder einem neuen Look der nicht ganz funktionieren möchte, ist das alles halb so wild. Haare anders schneiden oder wachsen lassen, Klamotten umtauschen oder anders kombinieren, fertig! Das sind kleine Veränderungen, die nicht als einschneidend, drastisch oder gar dramatisch zu verorten sind, sondern im Hand umdrehen wieder korrigiert werden können, ohne dass wir es großartig merken. Größere Veränderungen wie ein Orts- oder Jobwechsel ist dem gegenüber schon etwas einschneidender und hat unmittelbare Auswirkungen auf unser Leben. Das hat ein schräg geschnittener Pony nicht. Veränderungen, wie von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören, können genau so einschneidend sein wie ein Job- oder Ortswechsel. Vielleicht verändert es nicht direkt unser Leben, aber es hat definitiv Auswirkungen auf unser Lebensgefühl. An dieser Stelle können die meisten wohl aufhören zu lesen, weil sie nie geraucht haben (SUPER! Weiter so!), außer das Thema interessiert Euch brennend. Für alle anderen, die entweder noch rauchen oder auch aufgehört haben – ihr könnt mitreden oder zumindest mitlesen.

Warum habe ich geraucht?
Ich denke das warum ist am schwierigsten zu beantworten. Ich weiß es zumindest nicht mehr genau, außer, dass die Zigarette ab und an beruhigend war, wenn ich Stress hatte, sie gut zum Kaffee und Bier geschmeckt hat und in den paar Minuten einfach mal nichts anderes eine höhere Priorität hatte außer an diesem Glimmstängel zu ziehen.

Warum habe ich aufgehört und wie habe ich das hinbekommen?
Mit dem Rauchen aufhören möchte jeder Raucher früher oder später. Aufhören wollte ich das erste Mal vor drei Jahren oder länger schon mal. Als ich dann ab Ende 2017 immer öfter morgens Schwierigkeiten beim Atmen und teilweise auch leichte Schmerzen dabei hatte, wusste ich, dass ich etwas ändern musste. Das ging dann alles noch eine Weile und am 18. Juni 2018 war es dann soweit: Ich hatte am Tag vorher wenig Wasser getrunken und zum Fußball gab es Bier sowie natürlich Kippen ohne Ende. Am Folgetag ging es mir so beschissen, dass ich keine Lust hatte eine Zigarette zu rauchen. Das ging ein paar Tage so weiter bis ich dachte, dass ich vielleicht einfach aufhören kann, wenn ich kein Bedürfnis habe eine zu rauchen. Gedacht, getan. Ich habe seit dem 18. Juni (53 Tage) keine Zigarette mehr angefasst, obwohl das Drehzeug noch eine Weile in meinem Küchenregal lag, bevor es eine Freundin bekommen hat, und hatte auch schon nach ein paar Tagen des Nichtrauchens nicht das Bedürfnis mir eine zu drehen.
Ich würde dennoch sagen, dass ich Glück hatte, dass es mir nach diesem einen Tag so zum Kotzen ging und ich dadurch keine Lust mehr hatte zu rauchen. Im Kopf hatte ich das schon Monate vorher beschlossen, weil ich wusste, dass es einfach Zeit ist. Bis ich meinen Willen dann endlich auch bei meinem Körper durchgesetzt habe, hat es gedauert. Der Wille ist beim Aufhören das Wichtigste. Ist der nicht vorhanden: Lass es erst mal und quäl Dich nicht!

Warum hat es nicht gleich beim ersten/zweiten/dritten Mal geklappt?
Das erste Mal würde ich nicht zählen, weil ich zu der Zeit noch studiert habe. In dieser Zeit aufhören zu wollen ist nicht unmöglich, aber noch härter. Es hat nicht geklappt und zählt in meinen Augen nicht. Es war eher eine lange Rauchpause, aber ein Versuch war es damals wert. Das zweite Mal habe ich im Sommer 2016 aufgehört und sogar ganze 30 Tage durchgehalten, beim dritten Mal im Winter 2017 ging es nur ein paar Tage. Beide Male kam etwas leicht Emotionales (um es milde auszudrücken) dazwischen und hat mich etwas aus der Bahn geworfen, sodass ich wieder angefangen habe. Es hat demnach zum einen nicht geklappt, weil äußere Umstände hinein spielten und zum anderen, weil mein Wille zu diesen Zeitpunkten nicht stark genug war es tatsächlich durch zu ziehen. Demnach ist es gut aufzuhören, wenn alles soweit im Lot ist und geschmeidig vor sich hin schaukelt, sodass keine dramatischeren Einschnitte zu erwarten sind. Ich hatte auch nichts erwartet, aber das Leben ist doch manchmal überraschender (und ein kleines Miststück), als man denkt. Shit happens!

Wie ich mich jetzt fühle…
Nun, eines ist sicher: Als ich aufgehört habe zu rauchen, hat sich bei mir unheimlich viel verändert, von dem großartigen Lebensgefühl, welches sich seither eingestellt hat mal ganz abgesehen. Zum einen hatte ich die Möglichkeit endlich zu fasten. Das wollte ich schon so lange machen. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass ich vielleicht doch etwas stärker bin als ich dachte (was sicher auch am besseren Zeitpunkt lag) und war von mir selbst überrascht, insbesondere weil es mir dieses Mal so leicht gefallen war aufzuhören. Außerdem hatte ich nicht nur tatsächlich, sondern auch im Alltag das Gefühl, dass ich mehr Luft zum Atmen habe. Ich habe mich nicht schon morgens beim Kaffee kochen nach der ersten Zigarette gesehnt, sondern konnte mich entspannt anderen Dingen widmen. Ich hatte und habe immer noch das Gefühl von einer ungewöhnlichen Freiheit und neu gewonnener Energie, die mir anders verwehrt geblieben wäre. Das Gefühl, dass meine Haut viel besser geworden ist und ich so seltsam gesund leuchte, geht auch nicht mehr weg (besonders an die Mädels: Ein Rauchstopp wirkt bei der Haut wahre Wunder!). An dieser Stelle würde ich das Thema zunächst schließen. Du kannst Dich aber gerne auf einen Folgeartikel gefasst machen, der all die Erfahrungen und Motivation, die mit dem Rauchstopp einhergehen, beinhaltet. Eines garantiere ich Dir bei dieser Veränderung schon jetzt: Es geht Dir definitiv viel besser als vorher!
Voraussichtlicher Termin zum Beitrag über Motivation, Selbstoptimierung und Rauchstopp: 23.08.2018.

Herzliche und motivierende Grüße ♥ Caro

Und nun an die Raucher: Warum raucht ihr? Warum habt ihr aufgehört? Wie ist Euch das gelungen? Warum hat es vielleicht nicht beim ersten Mal geklappt? Wie fühlt ihr Euch jetzt? Gerne könnt ihr diese Fragen unten in den Kommentaren oder für Euch beantworten.

Foto: Hannah Träum Weiter