Erwartungen: Warum kleine Erwartungen besser sind als gar keine zu haben

Erwartungen oder auch eine Erwartungshaltung kommen oft automatisch und ohne dass wir es vielleicht unbedingt möchten. Ein Kinotrailer, ein schönes Date, eine Meditation am Morgen,… Nachdem wir etwas erlebt oder gesehen haben, steigt die Erwartung: Wie toll der Film wohl ist, wenn der Trailer schon so gut war? Wie schön das nächste Date wohl wird? Wie entspannt ich wohl nach der Meditation bin?

Die Erwartung an das Erleben nach dem Gesehenen, dem Treffen oder der Tätigkeit stellt sich wie von selbst ein. Und dabei stellt sich die Frage: Wenn die Erwartung da ist, ist die Enttäuschung dann nicht viel höher, wenn sie nicht in dem Maße erfüllt wird wie wir es erwarten? Oder anders herum: Wenn wir nichts erwarten, werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht? Und wenn wir nichts erwarten, was passiert denn statt dessen?

Nichts erwarten, keine Ansprüche und keine Vorstellung von der Zukunft haben. Wäre es so einfach wie geschrieben, wäre ich vielleicht oft noch glücklicher. Da es nicht so einfach ist die Erwartungen abzustellen oder in den Schrank zu packen, kann ich nur versuchen nicht zu hohe Erwartungen zu haben. Meine Erwartungen sozusagen auf ein Mindestmaß (wo das liegt entscheidet jeder für sich) zu reduzieren, denn ganz ohne Erwartungen geht es dann doch nicht. So betrachtet können diese kleine Erwartungen zwar enttäuscht werden, aber ohne sie, würde mir die Freude auf das Fehlen was noch vor mir liegen könnte: Wenn ich keine Erwartungen habe, habe ich keine Vorstellung davon, was Schönes sein könnte und diese Freude möchte ich mir im Grunde nicht nehmen lassen 🙂