Apfelkuchen: Leckerbissen mit bittersüßem Beigeschmack

Ich liebe es in der Küche zu stehen. Sie ist für mich ein Ort der Entspannung, an dem ich vollkommen abschalten kann. Nur die Zutaten ein paar Töpfe und ich. Ansonsten Ruhe bzw. etwas Musik im Hintergrund (gestern lief Rock Supreme von Spotify während des Backens). Mein Verhältnis zur Küche und zu allem was dazugehört war aber nicht immer so harmonisch und gut bzw. hat sich erst über die Zeit entwickelt. Backen, über einfache Plätzchen und Ferigbackmischungen hinaus, habe ich etwas später als Kochen für mich entdeckt und das war mit Ende zwanzig schon relativ spät. Davor hat mir zum einen der Bezug ein wenig gefehlt (ich wurde immer bekocht, also warum selbst in die Küche stehen?), zum anderen wurde mir von klein auf suggeriert, dass ich nicht in die Küche gehöre, sondern eher ins Badezimmer, was dann meine Ungeschicklichkeit beim Hackfleisch anbraten (das Papier unter dem Hackfleisch ließ ich dran, als ich das Fleisch in die Pfanne habe, um es anzubraten) in den Zwanzigern zu belegen schien. Zumindest hatte in diesem Moment mein damaliger Freund etwas zu lachen – natürlich niemals nie über mich, sondern nur mit mir. Ich fand das damals nicht sehr lustig.

apfel_schaelenSeit diesem Erlebnis habe ich mich ab und an, hier und da, mal mehr, mal weniger mit dem Thema Küche, Kochen und Backen auseinandergesetzt und mich auch langsam wieder an mehr als Plätzchen backen und Nudeln abkochen heran gewagt. Mittlerweile bin ich gar nicht mal so schlecht in der Küche (Nudeln mit Garnelen, Hummus, Guacamole, Reis mit Apfelstückchen, Schichtsalat, Frühstück, Gemüsesaft…) und ohne Papierfetzen in der Bolognese (ich hatte nur mal zu viel Rotwein dran, welchen ich seither einfach weglasse – braucht kein Mensch!). Mein erster richtiger Kuchen war eine Schokoladentarte in einem Minibackofen im Studentenwohnheim 2014. Genau so notdürftig wie das klingt, hat der Kuchen dann auch ausgesehen, und obwohl er süß und relativ lecker war, hatte er den Anschein als wäre schon mal ein LKW drüber gefahren: unförmig, viel zu flach, zu fest vom Teig her und alles andere als appetitlich. Ich stand an die zwei Stunden dafür in der Küche, aber es wurde zumindest nicht darüber gelacht – Danke dafür! 🙂
Einen weiteren Kuchen-Backversuch habe ich 2017 in meiner großen Küche mit richtigem Backofen in meiner eigenen kleinen Wohnung gestartet. Ein Apfelkuchen mit Streuseln und Puderzucker. Das Apfelkuchen-Rezept fand ich so super, dass ich ihn gestern als Geburtstagskuchen für das Geschäft wieder gebacken habe. Leider sind dieses mal die Streusel nicht gelungen und ich musste sie von Hand rollen. Außerdem war der Ofen bisschen zu heiß, sodass ein paar Streusel etwas dunkler geworden sind. Er sieht nicht perfekt aus, schmeckt aber hoffentlich superlecker 🙂

apfelkuchen_mit_streuselnFazit
Dafür, dass ich ursprünglich und ca. ab dem Moment ab dem ich denken konnte keinen großen Bezug zur Küche, geschweige denn dem Kochen und Backen, aufgebaut habe, habe ich dennoch nicht aufgegegben, mich immer wieder an den Herd gewagt, bin mittlerweile in beidem gar nicht mal so übel und die Gerichte kann man tatsächlich essen. Sich beschwert oder gekotzt hat zumindest noch niemand 😉
An alle die Panik vor dem Kochlöffel haben: Einfach mal loslegen und ausprobieren, dabei die Küche nicht in Brand stecken und herzlich lachen, wenn mal ein Fehler passiert – das gehört dazu 🙂
Und was ich in der Zeit, in welcher ich in der Küche stehe alles im Badezimmer hätte machen sollen, ist mir ein Rätsel. Jede Pore im Gesicht einzeln reinigen, die Fliesen neu legen oder den Boden mit der Zahnbürste sauber machen? Ich weiß es wirklich nicht!

Und nun: Guten Hunger! Hier gehts zum Apfelkuchen-Rezept 🙂