Wochenende: Zwischen Kaffee, Zucchini und Reflektion

Samstag.

Wochenenden sind großartig. Die Tasse Kaffee am Morgen wird nicht zwischen einer schnellen Dusche und einer to do-Liste im Kopf beim Zähneputzen getrunken, sondern gemütlich nach dem Aufwachen. Nach dem Aufstehen ist das Bedürfnis sich in Windeseile gesellschaftstauglich herzurichten sehr gering. Noch mit der Schlafleggins bekleidet, die drei Stunden nach dem Aufstehen noch immer nicht gegen eine Jeans ausgetauscht wurde, geht der Morgen in den Mittag über. Trotz Wochenende, trotz Zeit, trotz Terminfreiheit, schmeckt der zweite Kaffee nach Alltag und Pläne, die ich schon am Vortag gemacht habe und die den Tag sinnvoll füllen sollen, tauchen auf. Das Bedürfnis sich für den Gang in die Stadt fertig zu machen wird größer, spätestens nach dem dritten Kaffee wird die Stofftasche geschnappt und die Wohnung in Richtung Stadt verlassen. Mittlerweile ist es nach 14 Uhr und in der Bahn entscheide ich mich spontan dazu im Woll- und Stoffladen vorbeizuschauen bevor ich auf den Markt gehe um Gemüse zu kaufen, merke wie ich schon wieder plane und bremse mich. Als ich aussteige und die Einkaufsstraße betrete, fallen mir die unzähligen Menschen auf, die sich aneinander vorbei drängeln als gäbe es irgendwo etwas umsonst. Auf dem Weg zum Markt dasselbe. Überall Menschen, auf der Straße in den Restaurants und Cafés, sodass es einem direkt schwindlig werden könnte vor Begegnungen, Gesprächen und klirrendem Geschirr. Trotz Musik im Ohr habe ich das Gefühl, dass es immer lauter und dichter wird, die Menschen immer mehr werden und ich mich trotz des Platzes um mich herum eingeengt fühle. Doch warum? Ich habe Platz, niemand engt mich ein oder rempelt mich an. Dennoch surren die Menschen wie lästige Fliegen in der Stadt herum, wie um einen Misthaufen, als gäbe es samstags keine bessere Beschäftigung als sich in der Stadt aufzuhalten, zu bummeln und sich ein Mittagessen in der Sonne zu gönnen, vielleicht auch ohne es vorher geplant zu haben. Eigentlich sehr schön. Und ich reihe mich dort ein, weil ich Gemüse kaufen möchte, weil ich selbst entschieden habe heute Gemüse zu kaufen und das schon am Vortag. Vielleicht sind es nicht die Menschen, die mich einengen, sondern ich selbst und zwar mit Plänen und to do-Listen, die ab und an ungewollt aufploppen?

Wieder daheim angekommen, genieße ich die Ruhe, den Platz, das Wochenende. Zeit, Zeit genießen, sich Zeit nehmen: Das sollte besonders am Wochenende ganz oben auf der Liste stehen, weshalb ich den Tag ohne weitere großartige Pläne entspannt daheim genieße. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag und was der bringt, weiß ich jetzt noch nicht im Detail (wobei ich eventuell den Kreativmarkt besuche, wenn mir nach dem ersten Kaffee danach ist). So sollte es am Wochenende sein: Ohne großen Plan. Ohne ein Ziel. Ohne Enge und Zeitdruck.

Was plant ihr heute nicht?