(Konsum)Trend: Alles, überall, 24/7

Genau wie das Wetter gerade Schwierigkeiten damit hat was es gerne tragen möchte, also eiskalte Schneeflocken auf einem Frostkleid oder doch lieber frühlingshafte Blumenketten im Haar oder um den Hals, habe ich Schwierigkeiten mit dem Thema Trend.

Trend, der: (über einen gewissen Zeitraum bereits zu beobachtende, statistisch erfassbare) Entwicklung[stendenz]

Der Trend, zwar von der Definition her festgehalten, beschäftigt mich hier und da. Wenn ich durch die Stadt gehe, in die Schaufenster sehe, gefühlt die immer gleichen Klamotten und Menschen, nur mit unterschiedlichen Haarfarben, Volumen und Größen betrachte, die freudig Einkaufstüte um Einkaufstüte in der Hand halten oder ich in der Straßenbahn sitze und Menschen dabei zusehe, wie sie teils gedankenversunken, teils halbherzig, teils mit einem natürlichen Desinteresse an ihrer Umwelt auf ihr Smartphone starren, darauf wild umherwischen oder mit ihren Daumen einen Weltrekord im Tippen aufstellen und ich dann eben einmal mehr das oftmals trendbedingte und meist übermäßige Konsumverhalten in Frage stelle, das besser geschrieben als Konsumtrend bezeichnet werden könnte.

Schaue ich in meinen Kleiderschrank befinden sich neben den Slimcut-Hosen bei mir als selbsternannter Teilzeit-Hippie auch noch Schlaghosen (die waren mal Trend oder werden es wieder – wer weiß das schon genau!?), auf meinem Nachttisch liegt ein Smartphone (kein teures, aber es macht seinen Job seit knapp zwei Jahren ganz gut) für die digitale soziale Interaktion, als Kameraersatz sowie als tragbare Jukebox und ich stricke gerade noch an Handstulpen für den nächsten Winter, weil ich Bock darauf habe und es Freude macht. Aus den paar Trends, die ich in meinen Alltag integriere, habe ich auch welche mitgenommen, die eben keine mehr sind, lege keinen großen Wert auf das neueste, teuerste Smartphone, kann mich an Handwerklichem erfreuen sowie dabei entspannen und ich habe trotzdem einen Puls.

Trend-Bewusstsein
Ein Bewusstsein dafür zu entwickeln und ggf. zu hinterfragen, welcher (Konsum)Trend einen tatsächlich bereichert und welcher einen nur zu einem kleinen Fischchen in der großen Masse macht, der aufgrund dessen eventuell dazu gehört, weil er brav mitschwimmt, aber vielleicht dadurch nicht wirklich glücklicher ist, kann demnach eine Möglichkeit sein, nicht nur seinen überfüllten Kleiderschrank, sondern auch die Art sein Leben zu gestalten in Frage zu stellen. Im Falle des Falles kann es dazu kommen vielleicht sogar seinen Leben(salltag) dementsprechend etwas zu verändern, um insgesamt vielleicht nicht reicher an (Konsum)Trends, aber dafür etwas reicher an Freude, Glück und Zufriedenheit zu sein.