Konsum und Verzicht: Neujahr, Neubeginn, Neugenießen

Kann ein Anfang auch ein Ende sein?

Im Januar steht jedenfalls alles auf Anfang. Silvester gibt uns mit einem üppigen Raclette und etlichen prickelnden Sekten den Rest. Wenn wir Neujahr dann aufwachen mit unseren großartigen Vorsätzen, die wir drei Wochen später schon wieder über Bord geworfen haben und dem Gefühl nicht nur drei, sondern mindestens fünf Kilo im letzten Quartal zugenommen zu haben, wünschten wir uns, dass uns nach der rauschenden Silvesternacht unsere Kloschüssel beim Versuch sie beim Kotzen auch zu treffen sagt, was wir tun können, damit wir uns insgesamt besser fühlen.

Die Kunst besteht im Verzicht. Durch die Weihnachtszeit, die köstlichen Leckereien, meistens schon ab Ende August, wenn das Sortiment im Supermarkt umgestellt wird, den saftigen Weihnachtsbraten, nette und zahlreiche Glühwein-Treffen auf dem Weihnachtsmarkt, ein extravagantes und knallendes Silvester mit feinem Essen und deliziösen Drinks, sind wir sitt und satt, gestopft, zu bis unter die Kinnlade, mindestens fünf Pfund schwerer und unserem Ziel von einem gesunden, ausgewogenen Lebensstil ferner denn je.

Beim Verzicht geht es nicht darum Alles wegzulassen. Es geht eher darum bewusst auf etwas zu verzichten und für sich festzustellen, ob das Weggelassene tatsächlich einen so hohen Stellenwert hatte. Im gleichen Zug können wir feststellen, dass vieles nicht so wichtig ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint oder dass es sehr wichtig ist und wir nicht darauf verzichten möchten. In jedem Fall bringt der Verzicht eine Einsicht dazu. Im Optimalfall können wir dadurch bzw. danach besser und gezielter genießen.

Und somit kann ein Anfang auch ein Ende sein, nämlich weil jeder Anfang das Ende von etwas Altem ist.

Tipp
Ernähre Dich mal zwei Tage nur von Reis (es geht auch Gemüse, Obst oder Ähnliches), lasse den Kaffee und Schokolade weg und ersetze es durch grünen Tee oder Kräutertee.